Die kurze Antwort: Moderne Websites setzen auf eine klare Gestaltung mit viel Weißraum und gut lesbarer Typografie. Sie sind von Anfang an für das Smartphone geplant, nutzen Animationen gezielt und laden Bilder in modernen, komprimierten Formaten.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Trends umzusetzen, sondern dass Besucher schnell finden, was sie suchen.
Trend oder echter Nutzen?
Jedes Jahr tauchen neue Gestaltungstrends auf. Manche verschwinden schnell wieder, andere werden zum Standard. Für eine Firmenwebsite ist deshalb nicht entscheidend, ob etwas gerade modern ist, sondern ob es deinen Besuchern hilft.
Bevor ich einen Trend in ein Projekt übernehme, prüfe ich vier Punkte:
- Finden Besucher dadurch schneller, was sie suchen?
- Bleibt die Website schnell?
- Funktioniert es auf dem Smartphone genauso gut wie am Computer?
- Passt es zu deinem Unternehmen und deiner Zielgruppe?
Die folgenden Entwicklungen erfüllen diese Punkte – wenn sie passend eingesetzt werden.
Klare Gestaltung: weniger, aber gezielter
Moderne Websites wirken aufgeräumt. Große, gut lesbare Überschriften, viel Weißraum und wenige, bewusst gewählte Farben lenken den Blick auf das Wesentliche. Jede Seite verfolgt ein Hauptziel, zum Beispiel eine Anfrage, einen Anruf oder eine Terminbuchung. Der passende Button ist leicht zu finden.
Typische Merkmale einer klaren Gestaltung:
- eine deutliche Hierarchie aus Überschrift, Einleitung und Details
- Inhalte in übersichtlichen Abschnitten oder Kacheln statt langer Textblöcke
- eine Akzentfarbe für wichtige Elemente wie Buttons und Links
- echte Fotos statt austauschbarer Symbolbilder
Klar heißt nicht gleichförmig. Das Designkonzept VELORA für eine Immobilienfirma setzt auf große Bilder und viel Raum für die Objektpräsentation. ÉLAN für eine Autovermietung nutzt ein dunkles Premium-Design, Zuckerstück für eine Konditorei eine verspielte, helle Gestaltung. Gemeinsam ist allen drei ein klarer Aufbau mit einer eindeutigen Handlungsaufforderung.
Dunkle Designs
Dunkle Gestaltungen wirken hochwertig und passen zu Branchen, die Exklusivität vermitteln möchten. Wichtig sind ausreichende Kontraste und gut lesbare Schriftgrößen, damit Texte auch auf dem Smartphone angenehm zu lesen sind.
Mobile Bedienung zuerst
Viele Besucher öffnen eine Website zuerst auf dem Smartphone – oft unterwegs und mit wenig Zeit. Deshalb plane ich die mobile Ansicht nicht als verkleinerte Desktop-Version, sondern von Anfang an mit.
- Gut erreichbare Buttons: Wichtige Schaltflächen sind groß genug, um sie sicher mit dem Daumen zu treffen.
- Direkte Kontaktwege: Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder WhatsApp lassen sich mit einem Fingertipp öffnen.
- Lesbare Texte: Ausreichend große Schrift und kurze Absätze ersparen Besuchern das Zoomen.
- Kurze Formulare: Nur die Felder, die wirklich nötig sind. Freiwillige Angaben sind als solche gekennzeichnet.
- Keine verdeckten Inhalte: Banner und Einblendungen dürfen die Seite auf kleinen Bildschirmen nicht blockieren.
Ein Beispiel ist das Kontaktformular auf dieser Website: Neben der Zustimmung zur Datenschutzerklärung sind nur Name, E-Mail-Adresse und dein Vorhaben Pflichtangaben. Alle weiteren Felder sind freiwillig.
Animationen: passend statt überall
Bewegung lenkt Aufmerksamkeit. Gezielt eingesetzt, macht sie Abläufe verständlicher und die Bedienung angenehmer. Zu viel davon lenkt ab und kann die Website verlangsamen.
Sinnvoll sind zum Beispiel:
- kleine Rückmeldungen beim Überfahren oder Antippen von Buttons
- Abschnitte, die beim Scrollen dezent eingeblendet werden
- Animationen, die etwas erklären, etwa einen Ablauf oder eine Funktion
Auf meiner Seite Referenzen laufen die Demo-Websites als Band durch das Bild. Fährst du mit der Maus darüber, hält das Band an, damit du in Ruhe lesen kannst. Auf der Seite Webdesign scrollt eine Beispielwebsite langsam in einem Laptop und einem Smartphone.
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Bewegung und haben in ihrem Betriebssystem die Einstellung „Bewegung reduzieren“ aktiviert. Eine gut gebaute Website berücksichtigt das. Auch die beiden genannten Animationen stoppen, wenn diese Einstellung aktiv ist.
Schnelle Bilder: modern komprimiert
Bilder machen oft den größten Teil der Datenmenge einer Website aus. Werden sie unbearbeitet hochgeladen, lädt die Seite spürbar langsamer, besonders im Mobilfunknetz. Schnelle Bilder entstehen durch ein paar technische Grundregeln:
- Moderne Formate: WebP oder AVIF sind bei vergleichbarer Qualität meist deutlich kleiner als JPEG oder PNG.
- Passende Größe: Ein Bild wird nur so groß ausgeliefert, wie es auf dem Bildschirm tatsächlich angezeigt wird.
- Verzögertes Laden: Bilder weiter unten auf der Seite werden erst geladen, wenn Besucher in ihre Nähe scrollen.
- Feste Abmessungen: Breite und Höhe sind im Code hinterlegt. So verschiebt sich der Inhalt beim Laden nicht.
Auf dieser Website setze ich diese Regeln selbst um: Die Bilder liegen überwiegend im WebP-Format vor, und Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs werden erst bei Bedarf geladen.
Google bewertet die Nutzererfahrung unter anderem mit den Core Web Vitals. Diese Werte gelten laut Google (web.dev) als gut:
| Kennzahl | Was sie misst | Gut |
|---|---|---|
| LCP | wie schnell das größte sichtbare Element geladen ist | bis 2,5 s |
| INP | wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert | bis 200 ms |
| CLS | wie stark sich Inhalte beim Laden verschieben | bis 0,1 |
Ob deine aktuelle Website bei Ladezeit und Bildern Verbesserungspotenzial hat, zeigt dir der kostenlose Website-Check. Er prüft unter anderem Antwortzeit, Kompression und Hinweise auf optimierte Bilder.
Interaktive Funktionen mit echtem Mehrwert
Immer mehr Websites beantworten Fragen direkt auf der Seite – ohne Anruf und ohne Wartezeit. Richtig eingesetzt, sparen solche Funktionen beiden Seiten Zeit.
| Funktion | Nutzen für Besucher | Beispiel |
|---|---|---|
| Preisrechner | erste Kosteneinschätzung in wenigen Schritten | Staublos, Pandaro, PACKMA'S |
| Konfigurator | ein Wunschprodukt selbst zusammenstellen | Zuckerstück |
| Filterbare Galerie | passende Arbeiten schneller finden | Bakar |
| KI-Chatbot | Antworten auf häufige Fragen zu jeder Uhrzeit | Staublos, diese Website |
| Terminanfrage | den Wunschtermin direkt anfragen | AUTOTECH, PhysioVital |
Wichtig ist, dass jede Funktion einen klaren Zweck hat. Ein Rechner ersetzt kein persönliches Angebot, gibt aber eine erste Orientierung. Ein KI-Chatbot sollte als KI erkennbar sein und bei Fragen, die er nicht beantworten kann, auf den persönlichen Kontakt verweisen.
Barrierefreiheit und gute Lesbarkeit
Eine barrierearme Website ist für alle Besucher angenehmer zu bedienen, nicht nur für Menschen mit Einschränkungen. Dazu gehören:
- ausreichende Kontraste zwischen Text und Hintergrund
- Bedienbarkeit mit der Tastatur und sichtbare Markierungen beim Navigieren
- Alternativtexte für aussagekräftige Bilder
- eine logische Überschriftenstruktur, die auch Screenreader verstehen
Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, zum Beispiel im elektronischen Geschäftsverkehr. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Ob dein Unternehmen betroffen ist, erklärt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Lass das im Zweifel rechtlich prüfen.
Fazit: Welche Trends lohnen sich?
Für die meisten Unternehmen lohnen sich vor allem die Entwicklungen, die Besuchern Zeit sparen: eine klare Gestaltung, eine durchdachte mobile Bedienung, schnelle Bilder und Funktionen mit erkennbarem Nutzen. Animationen und auffällige Effekte sind eine Ergänzung, aber kein Selbstzweck.
Unterschiedliche Gestaltungen für verschiedene Branchen findest du in meinen Webdesign-Projekten und Designbeispielen.